EIN FLUSS UND SEINE UMGEBUNG

Neckar bei HessigheimDer Neckar entspringt in einem Hochmoor bei Schwenningen, 697 m ü. M. Zwischen dem Quellmoor bei Schwenningen und der Filsmündung ist Wassersport mit Booten nur innerhalb kleiner Teilstrecken möglich (z. B. bei Tübingen und Nürtingen). 

Der Name "Neckar kommt aus dem keltischen und bedeutet "Wilder Fluss". Wer heute auf dem Neckar fährt, wird von wild nicht mehr viel spüren. Bereits im 17. Jahrhundert gab es Überlegungen, den Neckar zu kanalisieren. Aber erst 1904 befasste sich das "Neckar-Donau-Kanal-Komitee" mit den Plänen für eine Kanalisierung des Neckars. Angedacht wurde eine Verbindung von Neckar zur Donau über die Schwäbische Alb, die teilweise in Tunneln verlaufen sollte. Der Umbau des heutigen Neckars zu einem Schifffahrtskanal wurde 1925 mit dem Bau der ersten Schleusenkammer 1925 in Wieblingen begonnen. Im Zuge des Ausbaus wurden viele Neckarschleifen abgetrennt und durch Kanäle aus Spundwänden ersetzt. So gibt es eine größere Zahl von Armen des alten Neckars, die nicht befahren werden können. Die Kanalisierung zwischen Mannheim und Plochingen wurde 1968 abgeschlossen. Über 27 Schleusen wird der Höhenunterschied ausgeglichen. Drei große Häfen gibt es am Neckar: Plochingen, Stuttgart und Heilbronn. Aufgrund der Länge der Schleusenkammern können Schiffe eine maximale Länge von ca. 100 m haben. Seit ein paar Jahren gibt es Planungen, den Kanal und die Schleusen so umzubauen, dass Schiffslängen bis 135 m möglich werden.

Zugwiesen bei LudwigsburgTrotz dieses Umbaus hat der Fluss nur wenig an Reiz verloren. Besonders der Abschnitt zwischen Stuttgart und Heidelberg bietet eine vielseitige, abwechslungsreiche Landschaft, die es lohnt, vom Fluss aus erkundet zu werden. Seit einigen Jahren gibt es Bemühungen zur Renaturierung. Bei Poppenweiler wurde 2011, auf einer Länge von ca. 2 km ein Wildwasserbett und eine Seenlandschaft eingerichtet. Das "Zugwiesengebiet" darf nicht mit Booten befahren werden. Von der Schleuse Poppenweiler kann das Gebiet gut zu Fuß erreicht werden. Die Besichtigung des Naturschutzgebietes und des Wildbachs ist interessant. Schautafeln erklären die Maßnahme. 

Ab der Filsmündung bei Plochingen (km 201,5) ist der Neckar schiffbar und kann mit Sportbooten problemlos befahren werden. Im oberen Neckarlauf muss ca. alle 5 km eine Schleuse passiert werden. Für eine Schleusung sollten mindestens 30 Minuten eingeplant werden. Um Wartezeiten zu vermeiden, ist eine telefonische Voranmeldung bei den Schleusen (15 Minuten vor Erreichen der Schleuse) sinnvoll. Es ist ratsam, sich von Schleuse zu Schleuse weitermelden zu lassen. Insgesamt existieren 27 Schleusen, mit deren Hilfe ein Höhenunterschied von ca. 160 m überwunden wird. Die Sportbootschleusen in S-Bad Cannstatt und Kochendorf sind seit Langem außer Betrieb. Die meisten Schleusen sind mit Bootswagen ausgestattet. Die Nutzbarkeit ist nicht immer sichergestellt. An den meisten Schleusen (siehe Text) können Boote vom Ober- zum Unterwasser getragen werden. Das Einsetzen von Sportbooten auf der Talseite ist nur über Treppen möglich.


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